Baubiologie

Wohnzimmer als Gesundheitsrisiko – Stefan Rübke ist ausgebildeter Baubiologe

Viele Menschen achten heutzutage darauf, gesund zu leben. Sport, gesunde Ernährung und Entspannungsprogramme sollen für Wohlbefinden sorgen. Doch was helfen diese Maßnahmen, wenn es die eigenen vier Wände sind, die krank machen. „Die häusliche Umgebung hat einen großen Einfluss auf die Gesundheit der Menschen“, so Geschäftsführer Stefan Rübke, der seit 2010 auch geprüfter Baubiologe ist.

Die Luftqualität in den Wohnräumen, Baumaterialien, Lärm, Feuchtigkeit, Temperatur, Schadstoffgehalt, elektrische und magnetische Strahlung und Wechselfelder, sowie Hygiene der Einrichtung – all das sind die Faktoren, die die Lebens- und Wohnumstände entscheidend beeinflussen. Sie wirken sich sowohl auf die physische als auch auf die psychische Gesundheitssituation aus. Wohnen und Gesundheit gehören demnach zusammen, und wer in einem gesunden Umfeld zuhause ist, der hat in der Regel auch weniger mit körperlichen oder psychischen Krankheiten zu kämpfen, wie Studien der Weltgesundheitsorganisation bestätigen.

Ein Problem sei zum Beispiel, dass in der Europäischen Union derzeit rund 100 000 sogenannte Altstoffe gelistet seien. Dabei handelt es sich um chemische Stoffe, die vor 1981 auf dem Markt waren. Diese werden seit zehn Jahren untersucht. In diesem Zeitraum ist es aber gerade einmal gelungen, das Gesundheits- und Umweltrisiko von etwa 40 Stoffen zu bewerten. Ein zusätzlicher Mangel sei die Tatsache, dass Produzenten nicht verpflichtet seien, Gefahrstoffe in ihren Produkten zu kennzeichnen. Die Kennzeichnungspflicht erstreckt sich lediglich auf Chemikalien und Chemiekalien-mischungen. Sie gilt nicht nur für Erzeugnisse, in denen die Chemiekalien verwendet werden, wie zum Beispiel Einrichtungsgegenstände oder Haushaltsgeräte. Verbraucher wissen daher in der Regel nicht, mit welchen Stoffen sie konfrontiert sind.

Geht es darum Materialien, Techniken, Wohnungen und Häuser umweltfreundlich und frei von Schadstoffen zu bauen und zu sanieren, kommt die Baubiologie ins Spiel – ein weites Feld, dem sich Stefan Rübke intensiv widmet. Er hat sich über einen Zeitraum von zwei Jahren beim Institut für Baubiologie + Ökologie in Neubeuern zum Baubiologen ausbilden lassen.

Die seit 1977 bewährte und staatlich zugelassene Ausbildung mit erfolgreich abgeschlossener Prüfung zum Baubiologen sieht Stefan Rübke als konsequente Weiterführung zum Thema gesundes Wohnen, dem wir uns im Neubaubereich bereits seit 2004 widmen. Es gilt zu bedenken: Wenn wir 90 Prozent unseres Lebens in der künstlich geschaffenen Wohn-Umwelt zubringen, kann es nicht gleichgültig sein, wie die Wände, Decken und Einrichtungen dieser Umwelt beschaffen sind. Und das gilt nicht nur für Neubauten, sondern für jede Wohn-Immobilie.